#kommunikation

Branding

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March
2021
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Branding: Ein Begriff, zwei doch recht unterschiedliche Bedeutungen.

In vielen Regionen der USA werden Rinder nach wie vor mit Brandzeichen markiert.  Wir Kommunikationsmenschen betreiben das sanftere, schmerzfreie Branding – Corporate Branding.

Ein Unternehmen, ein Produkt brauchen Branding, müssen zur Marke werden, um nicht in der Flut der Unternehmen oder Produkte unterzugehen. Jede starke Marke vermittelt ganz bestimmte Bilder im Kopf, weckt Assoziationen und Emotionen. Kocht man Obst ein, hat man nicht selten Weck-Gläser vor dem geistigen Auge und viele Menschen kennen den Klassiker unter den Kaffeehaussesseln – den Thonet No.14. Hört man „Apple“, denkt man meist nicht mehr an das gesunde Obst, sondern an das coole Design eines MacBooks oder iPhones. Und wer kennt nicht Chanel N°5?

Warum Branding so wichtig ist?

Eine gut etablierte Marke ist für ein Unternehmen kostbar.

  • Sie ist die Identität des Unternehmens. Wenn sie stark genug ist, bauen Zielgruppen eine emotionale Verbindung mit dem Unternehmen/Produkt auf.
  • Eine gute positiv aufgeladene Marke bleibt im Gedächtnis der Zielgruppe. Logo, Slogan und bei Produkten auch das Design selbst, sollen sich einprägen und das Unternehmen unverwechselbar machen. Ohne den Markennamen zu lesen, sollte die Marke wiedererkannt werden. Coca-Cola verfügt über so eine eindeutige Identität – man erkennt das rot-weiße Logo, unabhängig von der Sprache weltweit wieder.
  • Die Marke ist die Basis für weiteres Marketing, die Werbung und Public Relations.   

Die Markenbildung muss strategisch angelegt sein, denn eine Marke zu erschaffen, geht weit über das Designen eines Logos und eines Slogans hinaus. Die Markenidentität, die die Werte, Einstellungen und Vorteile beschreibt, verbindet die Marke mit der Zielgruppe. Sie füllt die Marke mit Leben und lädt sie förmlich auf. Darum muss sie auch langfristig gepflegt werden.

Eingekocht: Weck-Gläser

Mit ihrem charakteristischen Bügelverschluss und den orangefarbenen Gummiringen sind sie ideal für die Konservierung aller Arten von Lebensmittel. Ein Designer, dessen Name verloren gegangen ist, begann um 1825 Töpfe aus gepressten Glas mit einem Klappdeckel und einem Gummiring zum luftdichten Verschließen herzustellen. Diese Gläser werden immer noch in fast der gleichen Form weltweit hergestellt. In den 1930er Jahren begann im französischen Reims die Produktion der Weck-Gläser. Das Gummiband und die Spange schließen das Glas luftdicht ab, sodass der Inhalt lange aufbewahrt werden kann. Mit der Spannung wird der Deckel angedrückt und das Vakuum gebrochen.

Wir sehen das Glas und haben den wohltuenden Geschmack unserer Lieblingsmarmelade im Mund.

Sitzenbleiben: Thonet No.14

thonet

Der 1859 entworfene No. 14 gilt als der erste serienmäßig hergestellte Stuhl. Michael Thonet hatte 1842 das Patent auf ein von ihm entwickeltes Verfahren erhalten, um Holz mit Dampfdruck zu biegen. Thonets Methode ermöglichte es, eine große Anzahl von langlebigen, leichten Stühlen herzustellen. Die erste Version von No. 14 wurde noch geklebt. Um 1861 wurde auf Schrauben umgestellt. Ab 1867 bestand die No. 14 aus nur sechs Teilen Holz, zehn Schrauben und zwei Sicherungsringen. Um 1930 waren bereits fünfzig Millionen Sessel verkauft. Der weltweite Erfolg war zum Teil darauf zurückzuführen, dass der Stuhl in Teilen transportiert und erst am Bestimmungsort montiert werden konnte.

Wir sehen diesen Sessel und spüren die kultivierte Atmosphäre der bürgerlichen Salons.

Minimalistisch: Chanel

Gabrielle Coco Chanel präsentierte im Jahr 1921 ihre Parfümmarke. Sie war die erste Modedesignerin, die ihr eigenes Parfüm auf den Markt brachte. Mit der Verpackung und dem Design der Flasche brach sie die damals vorherrschende Mode der üppig weiblichen Formen von Parfüm-Fläschchen.

Die Chanel N° 5 Flasche, in ihrer eckigen Einfachheit, mit ihrem Etikett mit wenig schwarzer Schrift und ihrer mechanischen Herstellung, ist typisch für ein modernistisches Design, das gut zu Chanels Motto passte: "Immer etwas wegnehmen, niemals etwas hinzufügen."

Die ersten Fläschchen, die nur an einen ausgewählten Kundenkreis verkauft wurden, hatten schmalere, abgerundete Schultern. 1924 wurde die Parfümsparte als „Societé des Parfums Chanel“ gegründet und die Flasche erhielt geometrische, facettierte Ecken. Für das Design verantwortlich zeichnet Jean Helleau. Seit 1959 ist der Flakon auch in der Dauerausstellung des Museum of Modern Art in New York zu sehen. Der Duft wurde von Parfümeur Ernest Beaux kreiert.

Bis heute ist Chanel N°5 einer der meistverkauften Düfte der Welt und gilt obendrein als der erfolgreichste Damenduft aller Zeiten.

Zitat von Marilyn Monroe: „Zum Schlafen trage ich nur einige Tropfen N°5.“ Auch wenn wir so minimalistisch nicht sein mögen, an das Parfum denken wir doch mit großem Wohlgefühl.

Drei Marken, drei Geschichten, drei Lebensgefühle. Let´s brand your products.

Petra Menasse-Eibensteiner

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